11.3.2021

In einem einstündigen Online-Treffen lobte der Ministerpräsident das Engagement der Genossenschaft und gibt Klimaschutz absoluten Vorrang. 

Auf Einladung der örtlichen grünen Landtagkandidaten Sandra Boser, Thomas Marwein und Bernd Mettenleiter hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am vergangenen Mittwoch virtuell mit Vertretern der Ettenheimer Bürgerenergie-Genossenschaft und Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz getroffen.

In dem einstündigen  Online-Treffen zeigte sich Kretschmann beindruckt vom Engagement der Genossenschaft. „Es ist wichtig, dass es eine lebendige Zivilgesellschaft gibt, die etwas macht und nicht immer nur den Staat in Anspruch nimmt“, betont der Ministerpräsident. Ein solches Land reagiere man „einfach gern“, so Kretschmann weiter. Jörg Bold, Bob Hopmann und Christian Ringwald hatten ihn unter anderem über die aktuellen Planungen der Ettenheimer Bürgerenergie für den Windpark Schnürbuck und die Beteiligung der Genossenschaft am Bürgerwindpark Südliche Ortenau informiert. Ebenso kamen pädagogische Projekte wie die Solar-Challenge und die Aktivitäten für das Car-Sharing zur Sprache. 

Doch die Gesprächspartner des Landeschefs hielten auch mit Kritik nicht hinterm Berg. Der schleppende Ausbau in Baden-Württemberg liege nicht an zu geringer Vergütung des Windstroms, sondern an den langwierigen Genehmigungsprozessen – insbesondere der Artenschutz sei einer der größten Hemmnisse in Baden-Württemberg, monierten die Genossenschaftsvertreter und Bürgermeister Bruno Metz. Kretschmann entgegnete, dass nur die Grünen, als Partei, die für Artenschutz steht, diesen Konflikt wird auflösen können. Er stellte aber auch klar: „Es kann ja nicht sein, dass die Milan-Population über den Klimawandel entscheidet.“ 

Dass er es mit dem Klimaschutz ernst meint, unterstrich er mit den Worten: „Jedem potenziellen Koalitionspartner muss klar sein: In der nächsten Legislaturperiode gibt es für uns erstens Klimaschutz, zweitens Klimaschutz und drittens Klimaschutz.“ Gerade den Ausbau der Windenergie, „dem Brotbaum“ der Energiewende, müsse man deshalb forciert angehen. Seiner Meinung nach habe das Land hier seinen Spielraum allerdings bereits ausgereizt. Genehmigungsrecht sei eben Bundesrecht. Deshalb plädierte er dafür, dass sich die Grünen für ein eigenes Planungsrecht für Windparks starkmachen sollten.

Möglicherweise sehen sich die Gesprächsteilnehmer in gar nicht allzu ferner Zukunft wieder: Jörg Bold, Vorstand der Ettenheimer Bürgerenergie, hat den Ministerpräsidenten schon mal für die Feier zur Inbetriebnahme des Windparks Schnürbuck eingeladen. Der Betriebsbeginn ist für 2023 geplant.

 

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